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  • Weidebeginn Schafe und Ziegen

    Erfolgreicher Start in die Weidehaltung bei Schafen und Ziegen

    Mit Beginn der Weidehaltung reicht das Öffnen der Stalltüre alleine nicht aus, sondern es bedarf notwendiger Schritte. Hierbei sind die Tierhalter gefordert, mit gezielten Maßnahmen eine optimale Vorbereitung der Schafe und Ziegen vom Stall auf die Weide zu schaffen.

    Zeitgerechte Schafschur

    Der Klassiker unter den Pflegemaßnahmen ist die Schafschur. Diese sollte zeitgerecht erfolgen, damit Schafe und Lämmer zu Beginn der Weidesaison und in späterer Folge bei einer etwaigen Alpung einen entsprechenden Witterungsschutz durch die bereits wieder angewachsene Wolle haben. Frisch geschorene Schafe und Lämmer oder erkrankte Tiere, wären bei einem Wetterumschwung, welcher im Frühjahr immer zu erwarten ist, akut gefährdet. Die „Schafskälte“ hat nicht umsonst ihren Namen und sollte jedem Schafhalter ins Gedächtnis gerufen werden.

    Klauenpflege – der Erfolgsschlüssel

    Neben der Schafschur gehört der Klauenschnitt und eine Klauenbehandlung zu den verpflichtenden Pflegemaßnahmen. Bei entzündlichen Veränderungen an der Klaue wird ein Klauenbad mit einer Kupfersulfatlösung empfohlen. Die Verwendung von antibiotischem Blauspray soll unterstützend helfen, ist jedoch vom Schaf- und Ziegenhalter zu dokumentieren. Biobetriebe haben dabei doppelte Wartezeiten einzuhalten. Bei Tieren, welche Veränderungen an mehr als einer Klaue haben, ist eine Separation und eine zusätzliche Behandlung zu empfehlen. Das Entfernen des überlappenden Klauenhornes kann eine ausreichende Belüftung der Klauen sicherstellen und somit wieder vollständig ausheilen.

    Das Ziel sollten Tiere mit gesunden Klauen zum Almauftrieb sein, die auch entsprechende Marschleistungen absolvieren können. Klauenerkrankte Tiere verlieren rasch die Milchleistung, die säugenden Lämmer entwickeln sich langsamer. Außerdem stellen diese Tiere auch während der gesamten Weideperiode eine dauernde Ansteckungsquelle für die übrigen Schafe dar.

    Eine Wurmbehandlung ist unerlässlich

    Zu den größten Herausforderungen im Frühjahr bezüglich Tiergesundheit bei Schafen und Ziegen gehören wohl die Parasiten. Eine gezielte Behandlung, ca. drei Wochen nach Weidebeginn und vor dem Almauftrieb minimiert die Belastung, ebenso ist auf Almflächen mit einem entsprechenden Verdünnungseffekt zu rechnen. Die Behandlung gegen eine Reihe von Magen- und Darmwürmern sowie von Leberegeln (Kleiner und Großer Leberegel) und Lungenwürmern sind bei Schafen und Ziegen, die in entsprechender Tieranzahl und wiederkehrender Weidenutzung auf denselben Flächen erfolgt, unumgänglich.

    Hier spielt die Weidehygiene und das Weidemanagement eine wesentliche Rolle. Ein Wechsel zwischen Weide, Ernte und Pflegeschnitten fördern die Tiergesundheit und können Wurmerkrankungen bereits im Anfangsstadium einschränken. Schafe und Ziegen, die ständig auf einer Standweide gehalten werden, sind einem erhöhten Parasitendruck ausgesetzt.

     

    Kotprobenuntersuchung gibt Aufschluss

    Um Rückschlüsse über die Parasitenbelastung bei Schafen und Ziegen zu erhalten, dient das nützliche Instrument der Kotprobenuntersuchung. Hierbei sollten jeweils mehrere besonders gekennzeichnete Tiere der einzelnen Altersgruppen mit Einzelbefunden beprobt werden. Aufgrund der Ergebnisse der Untersuchungsanstalt und nach Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt kann gezielt ein passendes Wurmmittel eingesetzt werden.

    Flächendeckende Parasitenbehandlungen sollten nur mehr in Ausnahmefällen geschehen. Vielmehr wird dazu übergegangen, Risikotiere zu beproben und zu behandeln.  Als Risikotiere eingestuft werden erstweidende Schafe, Jungschafe sowie Lämmer und Tiere mit offensichtlich beeinträchtigter Körperkondition und sichtbaren Verschmutzungen (Verkotungen).                                                 

    Beim Einsatz der Parasitenbehandlung sind noch einige wichtige Grundsätze zu befolgen. Unterdosierungen sind zu vermeiden (Wurmresistenzen) und die genaue Abschätzung des Gewichts ist erforderlich. Bei Ziegen sind erhöhte Dosierungen (Doppelte Schafdosierungen) anzuwenden.

    Weidevorbereitung – Übergangsfütterung – Weidetüchtigkeit

    Nicht unerwähnt sollte die klassische Übergangsfütterung mit Beginn der Beweidung im Frühjahr bleiben. Die Kombination von frischem Gras und Heu gewährleistet, dass sich der Stoffwechsel der Tiere langsam an die neuen Gegebenheiten einstellen kann. Muttertiere haben zum Zeitpunkt der Ablammung im Frühjahr die höchste Stoffwechselleistung. Die gezielte Weideführung im Frühjahr bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Beweidung in die Sommermonate hinein. Traditionell spielt die Alpung bei Schafen und Ziegen eine wesentliche Rolle.

    Die Alpung sollte nur mit gesunden und weidetüchtigen Tieren erfolgen. Vitalität und eine gute Weidekondition sind die Grundvorrausetzungen für den Almerfolg. Vom Bonus der Tiergesundheit, die bereits im Frühjahr geschaffen wurde, zehren die Schafe über Monate hinweg und lassen erfreuliche Erträge erwarten.

    Ein paar wichtige Regeln beim Auftrieb der Tierkategorien sollten von den Schaf- und Ziegenhaltern unbedingt eingehalten werden. Muttertiere mit Lämmern und Kitzen sollten in einer geringeren Tierdichte nach dem Hauptauftrieb zeitversetzt zwei Wochen später erfolgen. Dies minimiert die Anfangsverluste durch verlorene Lämmer, die der großen Gruppe nicht mehr folgen können und nach denen Muttertiere nicht mehr nachsuchen.

    Bei Einhaltung der angeführten Pflegemaßnahmen in Kombination mit den Grundsätzen der Weidehaltung steht einer erfolgreichen Weide – und Almbewirtschaftung nichts im Wege.

    Zentrale Wollsammlung

    Mitte März wurde in Feistritz/Drau eine zentrale Wollsammlung für die Kärntner Schafhalter durchgeführt. Aufgrund der prekären „Covid-19“ Situation im Spätherbst 2020 musste die Wollsammlung erstmals auf das Frühjahr verschoben werden. Über 120 Schafhalter nahmen das Angebot des Schaf- und Ziegenzuchtverband Kärntens in Anspruch und lieferten insgesamt über 38 Tonnen Wolle an. Die gesammelte Wolle wurde nach Farbe und Qualität sortiert, ebenso wurde Wolle von biologisch wirtschaftenden Bauern separat gesammelt. Das Preisniveau für die angelieferte Wolle variiert je nach Qualität und Wollfarbe zwischen 0,30 € und 0,60 € netto. Erfreulich ist, dass regionale Abnehmer in Kärnten und Osttirol die Kärntner Schafwolle schätzen und weiterverarbeiten.

    Zuchtschafversteigerung Lienz

    Unter strengen „Covid-19“ Schutzmaßnahmen wurde die diesjährige Frühjahrsversteigerung in Lienz abgehalten. Etliche Kärntner Züchter konnten Ihre Zuchttiere zu zufriedenstellenden Preisen verkaufen.

     

    Die Kooperation des Schaf- und Ziegenzuchtverbandes Kärnten mit der Raiffeisen Genossenschaft Osttirol und einem zentralen Versteigerungsstandort, der RGO|Arena hat sich bewährt und wird in Zukunft gemeinsam fortgesetzt.  Eine feine Auswahl von über 100 ausgesuchten Zuchttieren wurden in der RGO|Arena zum Verkauf angeboten.

    Neben den traditionellen Bergschafrassen wie Tiroler Bergschaf und Steinschaf, die vorwiegend von Osttiroler ZüchterInnen angeboten werden, wurden von den Kärntner Züchtern Zuchtwiddern der Rassen Juraschaf und Suffolk zur Versteigerung aufgetrieben.

    Die Qualität der vorgestellten Zuchttiere kann als sehr gut bezeichnet werden, was sich ebenso in der soliden Preisbildung widerspiegelte. Der Durchschnittspreis der verkauften Jurawidder betrug 497 € netto, jener der Suffolk-Widder 527 € netto. Den Höchstpreis der Auftreiber von Kärntner Mitgliedsbetrieben erreichte ein Zuchtwidder der Fleischrasse Suffolk, gezüchtet von Herwig Berger aus Tröpolach im Gailtal. Das ausgezeichnete Zuchttier wechselte um 750 € netto die Besitzer. Die Schafhalter- und Züchter waren von der angebotenen Qualität überzeugt und kauften zur Blutauffrischung wertvolle Genetik an.

    Besonders erwähnenswert war die Disziplin aller Beteiligten, das vorgegebene Hygienekonzept im Rahmen der Covid-19 Verhaltensregeln wurde ausnahmslos umgesetzt.

    ONLINE Fachtagung für Schaf- und Ziegenhalter

    Großes Interesse gab es bei der Schaf- und Ziegenfachtagung der Landwirtschaftskammer Kärnten, über 160 Teilnehmer nahmen Mitte Februar daran teil. Aufgrund der aktuellen „Corona-Situation“ wurde die Fachtagung erstmals online als Webinar durchgeführt. LK Präsident ÖR Ing. Johann Mößler dankte bei der Begrüßung den Schaf- und Ziegenbauern für Ihr Engagement und wies auf die Möglichkeiten von zukünftigen Qualitätsprogrammen hin. Ing. Heinz Jury und Eduard Penker von der LK Kärnten präsentierten Ergebnisse der organisierten Lämmervermarktung in Kärnten sowie wirtschaftliche Kennzahlen und gaben einen Ausblick für die Branche. Das Hauptreferat, welches sich um die Themen Tiergesundheit in der Schaf- und Ziegenhaltung mit den Schwerpunkten Fütterung und Klauengesundheit, sowie Stoffwechselerkrankungen handelten, hielt Dr. Karl-Heinz Kaulfuß, der praktizierender Tierarzt und aktiver Schäfer aus Sachsen –Anhalt ist.

    Durch den Abend führte als Moderator Tierzuchtdirektor Dipl.-Ing. Erwin Brunner. Das Format von Online Veranstaltungen wurde von den teilnehmenden bäuerlichen Betrieben als gelungen bezeichnet. Aufbauend zu der Fachtagung gibt es am Donnerstag, dem 25. Februar ein weiteres Webinar zum Schwerpunkt „Fütterung in der Schaf- und Ziegenhaltung“. Anmeldung dazu beim LFI Kärnten unter www.ktn.lfi.at oder Sabine Lippitz, LK Kärnten, 0463/5850-1536. Die Zugangsdaten werden per mail übermittelt.

    Zentrale Körung und Versteigerung 2020 Kärntner Brillenschaf

    Kärntner Brillenschafe im Trend

    Bei der bundesweiten Zentralkörung und Versteigerung überzeugte die Kärntner Brillenschafzucht mit Qualität. Die Siegertiere stellten ZüchterInnen aus Kärnten und Osttirol.

    Von den angemeldeten 113 Zuchtwiddern wurden knapp 100 Tiere der Körkommission vorgestellt. Aufgrund der großen Population und dem damit verbundenen ausgezeichneten Zuchtmaterial war die Selektion entsprechend streng angesetzt. Die Kommission reihte 30 Zuchtwidder in die Klasse I, bei den weiblichen Zuchtschafen erreichten 13 Tiere die höchste Bewertungsklasse.

    Damit ist die heurige bundesweite Zentralkörung, die bereits zum insgesamt 30. Mal stattfand, qualitativ als hoch zu werten. Für die Zuchtleitung war besonders erfreulich, dass es Widder aus fast allen Linien in die Eliteklasse schafften.

    Siegertiere

    In den Endring um die Siegerpreise schafften es fünf Zuchtwidder und drei Zuchtschafe.

    Den Körungssieg bei den weiblichen Kärntner Brillenschafen holte sich Alexander Krobath aus St. Paul im Lavanttal. Mit Spannung wurde in der Zollfeldhalle die Entscheidung bei den Zuchtwiddern erwartet. Ebenfalls heimste hier Züchter Alexander Krobath den 2. Reservesieg ein, der 1. Reservesieger kam vom Zuchtbetrieb Wilhelm Vierbauch aus Obervellach im Mölltal. Den Siegerpreis für den Körungssieg holte sich die Osttiroler Züchterin Sabine Reiter aus Anras.

    Versteigerung

    Bei der anschließenden Versteigerung war die Nachfrage nach weiblichen Spitzentieren sehr gut, was sich im Durchschnittspreis von 520 Euro netto widerspiegelte. Den Höchstpreis von 760 Euro netto erreichte das Siegertier von Alexander Krobath aus St. Paul im Lavanttal.

    Bei den Zuchtwiddern erzielte der Körungssieger der Züchterin Sabine Reiter aus Osttirol den Tageshöchstpreis von 2.000 Euro netto. Beide Zuchttiere wechselten zu Zuchtbetrieben ins Bundesland Salzburg.

    Der beachtliche Durchschnittspreis der verkauften Zuchtwidder der Klasse I betrug 745 Euro netto. Die Preisgestaltung bei den Widdern der Klasse II war ebenfalls ansprechend. Hier erzielte ein Widder der Lavanttaler Züchterin Hildegard Briefer den Höchstpreis von 1.200 Euro netto.

    Insgesamt wechselten 55 Zuchtwidder zu einem Durchschnittserlös von 629 Euro netto je Tier den Besitzer. Das hohe Preisniveau kann mit dem ausgezeichneten Zuchtmaterial und der damit verbundenen Qualitätsverbesserung der einzelnen Zuchtherden begründet werden.

    Eduard Penker

    Hintergrund

    Aufgefallen ist…

    Besonders erwähnenswert war die Disziplin aller Beteiligten, das vorgegebene Hygienekonzept im Rahmen der Covid-19 Verhaltensregeln wurde ausnahmslos umgesetzt. In diesem Zusammenhang wird der Alpe-Adria-Manufaktur Strohmaier gedankt, welche im Rahmen der Modelinie „Kärntner Brillenschaf Kollektion“ speziell angefertigte Schutzmasken für die Auftreiber produziert hat. Eine Verlosung von wertvollen Warenpreisen unter allen registrierten Käufern wie einer Schafschermaschine, Futtermittel- und Trachtengutscheinen rundeten den Kärntner Brillenschaftag ab.

    Zentrale Körung 2020 Krainer Steinschaf

    Krainer Steinschaf – tierische Vielfalt in der Zollfeldhalle

    Am 10. Oktober stand das Krainer Steinschaf in der Zollfeldhalle im Mittelpunkt. Aus ganz Österreich wurden Zuchttiere zur Zentralkörung aufgetrieben.

     

    Besonders erfreulich war der Besuch von Kaufinteressenten aus Bayern, die sich einen Überblick über den positiven Zuchtfortschritt in Österreich verschaffen konnten. Krainer Steinschafzüchter aus den verschiedensten Bundesländern stellten der Körkommission ihre Zuchttiere vor. Von den aufgetriebenen 42 Zuchtwiddern wurden lediglich nur zwei abgekört. Die gekörten Vatertiere werden nun für den weiteren Zuchteinsatz zugelassen. Dank der strengen Vorselektion der einzelnen Züchter war die Qualität der aufgetriebenen Widder sehr gut. Die Klasse I, welche die höchste Klasseneinstufung bedeutete, erreichten sieben Krainer Steinschafwidder.

     

     

    Bei der Schaubesprechung wurden die Zuchtwidder der Klasse I dem interessierten Fachpublikum präsentiert und das Siegertier prämiert. Als Körungssieger kristallisierte sich ein Zuchtwidder des Salzburger Züchterpaares Heidi Pachner und Philipp Gehmacher aus Obertrum im Flachgau heraus. Im Endring um den Tagessieg gelangten noch Zuchtwidder aus zwei steirischen Betrieben, Gudrun Kirschmann aus Weisskirchen und Barbara Soritz aus Schwanberg.

    Nach der Vorstellung der Elitewidder wurden die Tiere im Rahmen eines Freihandverkaufes gehandelt.

    Die interessierten Züchter waren von der Qualität überzeugt und kauften zur Blutauffrischung wertvolle Genetik an.

    Besonders erwähnenswert war die Disziplin aller Beteiligten, das vorgegebene Hygienekonzept im Rahmen der Covid-19 Verhaltensregeln wurde ausnahmslos umgesetzt.

    Text: Eduard Penker